Einkaufen mit allen Sinnen

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Blick auf den Blankeneser Marktplatz am 9. Dezember. Ein umfangreiches lokales Sortiment lockt Besucher Blick auf den Blankeneser Marktplatz am 9. Dezember. Ein umfangreiches lokales Sortiment lockt Besucher Foto: Wolf Achim Wiegand
Blankenese/Groß Flottbek (16.12.2016, Markus Krohn) · Stehen Wochenmärkte in Hamburg vor dem Aus? Vor kurzem berichtete das Hamburger Abendblatt über die Sorge einiger Händler vor einer Schließung ihres Marktes vor allem in der Woche. Umsatzrückgänge nach den diesjährigen Sommerferien führten dazu, dass einige Händler aufgeben mussten. Nicht so auf den Märkten in Groß Flottbek und Blankenese: Nach Auskunft der Händler in den Elbvororten seien sie zuversichtlich, ihre treue Kundschaft weiter bedienen zu können. Auch Martin Roehl, Pressesprecher des Bezirksamt Altona, betont: „Der Wochenmarkt Groß Flottbek läuft gut und verfügt über einen seit Jahren stabilen Stamm an Marktbeschickern und erfreut sich ungetrübter Beliebtheit bei den Kundinnen und Kunden. Von einem „Bergabgehen“ kann weder bei diesem noch bei der überwiegenden Zahl der Altonaer Wochenmärkte keine Rede sein“.

Auch die Biomärkte in Blankenese und Nienstedten laufen rund, die Händler freuen sich im Gegenteil über zugewinne in den vergangenen Jahren. Hochwertige frische Ware direkt vom Erzeuger scheinen vor allem Besserverdienende zu schätzen.
Und das genau sind auch die Vorteile der Wochenmärkte im Vergleich zum stationären Einzelhandel: Die allermeisten Händler wissen sehr genau über ihre Waren Bescheid, unabhängig davon, ob sie sie selbst auf ihren Feldern angebaut oder ihre Tiere selbst gezüchtet haben. Durch den engen Kontakt mit ihren Kunden erfahren Sie als erstes, wenn irgend etwas mit ihren Produkten nicht stimmt. Dann können Sie gegensteuern oder die betroffenen Produkte aus dem Handel nehmen. Auch für den Kunden ist die direkte Beziehung zum Inhaber oder Eigentümer des Betriebes ein großer Vorteil, denn so sind Sonderwünsche, Lieferungen oder besondere Preisabsprachen unkompliziert möglich. Und im Hinblick auf Geflügelpest und andere Tierseuchen oder Lebensmittelskandale kann man als Kunde auch immer ein gutes Gefühl haben, demjenigen etwas abzukaufen, der mit dem eigenen Namen für die Qualität seiner Produkte und Dienstleistungen steht.
Nicht zuletzt fördern Marktkunden beim Kauf bei den regionalen Anbietern etwa aus Haseldorf, Holm oder dem Alten Land auch die nachhaltige Wirtschaft in der Region. Zum Einen durch kurze Anfahrtswege innerhalb der Metropolregion Hamburg, zum anderen durch den zusammenhängenden Wirtschaftsraum, denn die von den Händlern gezahlten Umsatz- und Gewerbesteuern kommen der Region ja wieder zugute. Und wer gönnt seinem Nachbern nicht ein regelmäßiges ausreichendes Einkommen?
Nicht zuletzt ist der Wochenmarkt ein Erlebnis für alle Sinne: Schauen, stöbern, riechen, fühlen, probieren – all das unter freiem Himmel ist ein Genuss für jeden, nicht nur für jemanden, der Wert auf gesunde Ernährung legt. Wo sonst gibt es so frische Produkte, die kurz nach der Ernte und über kurze Wege in den Kisten und Körben auf den Tischen der Marktbeschicker landen? Wer liebt es nicht, von duftendem Obst und bunt leuchtendem Gemüse inspiriert zu werden?
Und noch etwas unschätzbares bietet der Wochenmarkt: Er ist Treffpunkt und Kommunikationszentrum der Stadtteile. Hier treffen sich Nachbarn und Freunde, Eltern von Schülerinnen und Schülern mit Lehrern oder Menschen, die sich lange nicht begegnet sind. Und neben den besten Rezepten erfährt man auch noch die neuesten Nachrichten und Tratsch aus dem Dorf. Wenn in der Advents- und Weihnachtszeit nebenan noch Musik von reisenden Musikern oder dem Schülerchor der Grundschule erklingt, geht das Herz auf. Was will man mehr?

Wochenmarkt Blankenese
Wochenmarkt Groß Flottbek
Bio-Märkte



 

Es scheint so, als würde sich ein besonderes Wehklagen der Markthändler in jedem Jahr wiederholen. Am liebsten in der Advents- und Weihnachtszeit, wenn ihre Kunden vielleicht ein offenes Ohr für diejenigen haben, die bei Eiseskälte einen ganzen Tag lang in ihrem Marktstand stehen und halbwegs erfrieren. Oder wenn die Standgebühren erhöht werden, auch wenn die im Vergleich zu den Mieten im stationären Einzelhandel immer noch recht moderat ausfallen.

Letztlich müssen auch die Händler auf den Märkten in Hamburg mit dem gesellschaftlichen Wandel mithalten. Ein gutes Beispiel bietet der Wochenmarkt in Billstedt, in dem viele Menschen mit niedrigem Einkommen leben. Dort gibt es neben Produkten des täglichen Bedarfs auch Second Hand Kleidung und Spielzeug zu kaufen. Auf manchen Märkten ergänzen die Gemeinschaften das übliche Angebot durch spezielle Anbieter oder pfiffige Existenzgründer mit interessanten Ideen: Die Spezialitäten oder kunsthandwerkliche Gegenstände gibt es dann exklusiv nur auf dem Markt und erhöhen den Erlebnisfaktor beim Einkaufen.

 

Auch derjenige, der auf’s Geld achten muss, findet im Übrigen auf den Märkten günstige Waren. Ein Tipp: Erst zugreifen, kurz bevor der Markt schließt. Dann machen viele Händler Sonderangebote, weil sie befürchten, ihre frische Ware nicht mehr loszuwerden. Außerdem bleiben am Ende meist eher die etwas unschöneren Äpfel und Tomaten übrig. Wer sie am selben Abend noch verbraucht, kann damit aber meist leben – und das besonders günstig.

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