Georg-Bonne-Straße und Bonnepark werden umbenannt

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Nienstedten (24. August 2021, PM) · Senat beschließt auf Vorschlag des Bezirkes Benennung in Sophie-Rahel-Jansen-Straße und Goldschmidtpark.
Die Georg-Bonne-Straße in Nienstedten und der Bonnepark in Bahrenfeld werden umbenannt und erinnern künftig an zwei Frauen, die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden. Der Senat folgt damit einem Vorschlag aus dem Bezirk, der schon länger die Umbenennung fordert. Der Arzt Georg Bonne, der eine Praxis in Klein Flottbek hatte und am 1. Mai 1945 starb, war ein überzeugter Anhänger der NS-Ideologie. Dies hatte auch eine 2017 im Auftrag des Staatsarchivs erstellte wissenschaftliche Untersuchung zur NS-Belastung von Straßennamen des Historikers Dr. David Templin gezeigt.
Die vom Nienstedter Marktplartz bis zur Straße Am Internationalen Seegerichtshof verlaufende Georg-Bonne-Straße, heißt künftig Sophie-Rahel-Jansen-Straße. Sie erinnert an die vielfältig sozial engagierte Schriftstellerin Sophie Rahel Jansen (1862-1942), die 1913 mit ihrem Mann, dem Hamburger Rechtsanwalt Dr. Cäsar Max Jansen, nach Blankenese zog. 1908 war sie die erste Frau, die als öffentliche Armenpflegerin bestellt wurde. Anfang Juli 1942 erhielt sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft den Deportationsbefehl für Theresienstadt, worauf sich die 80-jährige Sophie Rahel Jansen das Leben nahm.

Der Bonnepark, nördlich der Autobahnauffahrt Bahrenfeld, der künftig durch den Deckel über die A7 deutlich aufgewertet wird, heißt künftig Goldschmidtpark. Er erinnert an die Theaterwissenschaftlerin, Schauspielerin und Regisseurin Käthe Goldschmidt (1905-1990), die in Altona aufwuchs. Goldschmidt überlebte das Getto Theresienstadt und lebte später mit ihrer Familie in Blankenese. Käthe Goldschmidt und ihre Schwester Erna zogen im September 1945 nach der Befreiung aus dem Getto nach Othmarschen. 1975 veröffentlichte sie ihre Erinnerungen an das Getto Theresienstadt.

Die Arbeitsgruppe Verkehrsflächenbenennung des Ausschusses für Kultur und Bildung der Bezirksversammlung Altona hatte im Juli 2020 die Bürger und Bürgerinnen im Bezirk dazu aufgerufen, Vorschläge zur Umbenennung der Georg-Bonne-Straße und des Bonneparks einzureichen. Aus den knapp 170 Bürgervorschlägen hat der Bezirk die zwei Frauen ausgesucht, die zur NS-Zeit unter dem Regime litten. Der Bezirk beantragt die Umbenennung der Georg-Bonne-Straße nach Sophie Rahel Jansen sowie die Umbenennung des Bonneparks nach Käthe Starke-Goldschmidt.

Der Senat hatte im September 2020 die Kommission zum Umgang mit NS-belasteten Straßennamen berufen, die einheitliche Entscheidungskriterien für den Umgang mit NS-belasteten Straßennamen in Hamburg entwickeln und gegebenenfalls Empfehlungen zu möglichen Umbenennungen aussprechen soll. Auch hier war die geplante Umbenennung der Georg-Bonne-Straße Thema.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Der Umgang mit Straßennamen, die an Personen erinnern, die sich in der Zeit des Nationalsozialismus schuldig gemacht haben, leistet einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung unserer Geschichte. Am Ende eines gemeinsamen Prozesses von Bezirk, Senat und Wissenschaft können wir künftig anstelle von Georg Bonne mit Käthe Goldschmidt und Sophie Rahel Jansen an zwei beeindruckende Frauen erinnern, denen unter dem Nationalsozialismus schwerstes Leid angetan wurde. Dieser Aufarbeitungsprozess ist noch lange nicht zu Ende und wir werden uns auch künftig bei der Benennung von Verkehrsflächen unserer Geschichte stellen.“

Dr. Stefanie von Berg, Bezirksamtsleiterin Altona: „Wir in Altona repräsentieren Vielfalt und treten für die Gleichwertigkeit aller Menschen ein. Dass der Name eines glühenden Antisemiten und Hitler-Verehrers ein für alle Mal aus dem Stadtbild verschwindet, ist für mich somit überfällig. Die Namen der Jüdinnen Käthe Goldschmidt und Sophie Rahel Jansen stehen beispielhaft für viele weitere Schicksale und Geschichten, an die wir uns stattdessen erinnern wollen. Sprache ist ein sehr mächtiges Instrument, daher ist es wichtig, dass wir die Umbenennung von Straßen und Plätzen in Hamburg gemeinsam angehen. Der Prozess lief unter breiter Beteiligung der Menschen in Altona. Ich habe dabei ein reges Interesse und zugleich viel Verständnis und Achtsamkeit erlebt. Mein Dank geht an die Bürgerinnen und Bürger und die Bezirksversammlung für ihr Engagement und ihre Sensibilität.“

Staatsrat a.D. Hans-Peter Strenge, Mitglied der Kommission zum Umgang mit NS-belasteten Straßennamen: „Vor 25 Jahren hat es im Bezirk Altona beim Bau des Internationalen Seegerichtshofs nur zu einer Teil-Umbenennung der Georg-Bonne-Straße gereicht. Ich bin froh, dass jetzt mit Zustimmung auch vieler Nienstedtener der Name des Antisemiten Georg Bonne durch das Andenken an Sophie Jansen ganz aus dem Straßenbild verschwindet."

Von der Umbenennung der Georg-Bonne-Straße sind 210 Anwohnerinnen und Anwohner und 40 Gewerbebetriebe betroffen. Daher wird zur Erleichterung der Umstellung eine mehrmonatige Frist bis 1.1.2022 eingeräumt.

Neben der Arbeit der Kommission zum Umgang mit NS-belasteten Straßennamen erarbeitet derzeit das Staatsarchiv Hamburg auch eine Fachstrategie zur Umbenennung kolonial belasteter Straßennamen im Rahmen der Aufarbeitung des kolonialen Erbes.

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