Flottbeker Wochenmarkt bleibt!

Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Der Projektentwickler, der die Marktfläche in Groß Flottbek verlegen wollte, zieht sich aus dem Projekt zurück Der Projektentwickler, der die Marktfläche in Groß Flottbek verlegen wollte, zieht sich aus dem Projekt zurück Foto: Markus Krohn
Groß Flottbek (14. August 2020, Markus Krohn) · Der Projektentwickler PEG, der erst vor kurzem seine Idee zur Bebauung des Flottbeker Marktes bekannt gegeben hatte, stört sich offenbar an dem Gegenwind aus Groß Flottbek. In einem Brief an den Vorsitzenden des Planungsausschusses der Bezirksversammlung Altona, Henrik Strate, gibt der Projektentwickler bekannt, dass „die PEG ihre Überlegungen als Projektentwickler zum Bau von bezahlbarem Wohnraum am Flottbeker Markt nicht weiter verfolgen“ werde.

In der Begründung heißt es: "Die Akzeptanz für die erforderliche Verlegung des Wochenmarkts auf das nicht mehr genutzte Regenrückhaltebecken in unmittelbarer Nachbarschaft scheint im politischen Umfeld derzeit nicht hinreichend vorhanden. Eine Standortveränderung wäre die zwingende Voraussetzung für möglichen Wohnungsbau auf dem heutigen Marktplatz an der Osdorfer Landstraße Nur mit der Aussicht auf Bewilligung eines geeigneten neuen Standorts für den Wochenmarkt erscheinen weitere Bemühungen sinhaft, die Planungsidee aus der bisherigen Sondierungsphase in ein mehrjähriges Bebauungsplanverfahren zu führen.

Vergangenen Sonnabend noch veranstalteten die beiden SPD-Abgeordneten, Andreas Bernau (Bezirksabgeordneter) und Dr. Mathias Petersen (Bürgerschaftsabgeordneter) einen Infostand auf der Marktfläche. Gut 100 Interessierte folgten der Einladung und vernahmen die Ablehnung der Abgeordneten zu den Plänen. Nun freut sich der Bahrenfelder SPD-Abgeordnete Andreas Bernau über die Absage des Projektentwicklers: "Es ist gut, dass die Planungen zu diesem Thema durch den Ideenträger eingestellt werden. Wir haben die Planung abgelehnt und wollen, dass an der vorhandenen Marktfläche und an dem Biotop alles so bleibt wie es ist."

Strate begrüßt den Schritt als „Gute Entscheidung!“ Sie böte nun die Chance, mittel- und langfristig mit den Bürgerinnen und Bürgern einen Dialog zur Gestaltung der Magistralen zu führen. Ohne vollendete Tatsachen. Das Bezirksamt Altona bereitet gerade entsprechende Veranstaltungen vor, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Auch die Vertreter der Bürgerinitiative Rettet den Flottbeker Markt haben die Nachricht "freudig vernommen". Ihr Sprecher Jörg Sadrozinski wies aber gleichzeitig darauf hin, dass "das nicht heißt, dass auf dem Flottbeker Marktplatz niemals gebaut werden wird".

Jetzt komme es darauf an, mit Bürgern, Verwaltung und Politikern ins Gespräch zu kommen, heißt es von mehreren Seiten, damit die Magistralbebauung im Sinne aller gelänge. Christian Trede, Sprecher für Stadtentwicklung der Grünen Bezirksfraktion Altona sagte: "Wir werden ein Veranstaltungsformat für die Beteiligung finden, um mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen – ob nun in oder nach Corona-Zeiten wird sich zeiten. Notfalls wird das Ganze solange vertagt, bis man sicher miteinander sprechen kann".

Sein Fraktionskollege Benjamin Harders will aber jetzt schon aktiv werden, was das frühere Quellgebiet des Moorbaches Röbbek anbelangt.  Der Sprecher für Klimaschutz der Grünen Bezirksfraktion Altona sagte: „Das frühere Quellgebiet des Moorbachs Röbbek liegt in einem Erdfallgebiet, ist ein besonderer Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen und nach § 30 Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Uns liegt dieses Biotop besonders am Herzen: Für die Artenvielfalt und fürs Klima sind die Einstufung sowie der Erhalt als Erlenbruchwald und Hochmoorfläche wichtig. Bereits vor fünf Jahren haben wir daher in der Bezirksversammlung einen Beschluss mit der Aufforderung zur Ausweisung als Naturdenkmal gefasst. Für die Ausweisung als Naturdenkmal muss allerdings das Planrecht geändert werden, ein langwieriges Verfahren. Zuletzt haben wir Anfang Juli 2020 um eine Stellungnahme der Naturschutzbehörde zur Wertigkeit der Biotope am Groß-Flottbeker Marktplatz gebeten.“ Die Unterschutzstellung der Grünflächen südlich des jetzigen Flottbeker Marktplatzes scheint im Augenblick im Stadtteil von allen Beteiligten gern gesehen. Vor allem, weil die Hoffnung besteht, dass dann keine Ausweichfläche mehr für den Flottbeker Marktplatz zur Verfügung stünde.

Letzte Änderung am Freitag, 14 August 2020 13:36
Mehr in dieser Kategorie: « Waitzstrasse wird sicherer
Skyscraper Thode
Hier Leser-Brief abonnieren
Abonnieren Sie unsere wöchentlichen Elbvororte-News hier:

Bitte JavaScript aktivieren, um das Formular zu senden