Große Stunde der kleinen UNO

  • Führungsakademie verabschiedet internationalen Lehrgang
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Festakt bei strahlendem Sonnenschein: Die Führungsakademie der Bundeswehr hat jetzt 78 Stabsoffiziere aus 36 Staaten verabschiedet. Die Soldaten waren Teilnehmer des Lehr- gangs General- und Admiralstabsdienst International 2019. Festakt bei strahlendem Sonnenschein: Die Führungsakademie der Bundeswehr hat jetzt 78 Stabsoffiziere aus 36 Staaten verabschiedet. Die Soldaten waren Teilnehmer des Lehr- gangs General- und Admiralstabsdienst International 2019. Foto: Katharina Roggmann / Bundeswehr
Blankenese (26. Juni 2020, PM) · In Hamburg sagt man Tschüss! Die Führungsakademie der Bundeswehr hat jetzt 78 Stabs- offiziere aus 36 Nationen feierlich verabschiedet. Ihr Lehrgang General- und Admiralstabs- dienst International 2019, kurz LGAI, umfasste zehn Monate mit intensiven Einblicken in die Sicherheitsarchitektur Europas. Konzipiert ist die deutschsprachige Ausbildung für ange- hende Spitzenkräfte aus Staaten, die nicht der EU oder NATO angehören. Deutsche Lehr- gangsteilnehmende übernehmen die Rolle von Mentoren. Die Absolventen stammen aus na- hezu allen Erdteilen; Multinationalität und Vielfalt prägen die Lernatmosphäre. So gilt der Lehrgang in Fachkreisen als kleine UNO.

Dank an die Familien

Generalmajor Oliver Kohl, Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, zollte den nun scheidenden Soldaten von Heer, Luftwaffe und Marine „Respekt und Anerkennung. Mit wie viel Engagement und Offenheit Sie sich der Ausbildung in einer fremden Sprache, in unbekanntem Umfeld gestellt haben – das war vorbildlich. Sie haben uns dabei die Gelegenheit gegeben, von Ihnen zu lernen, Ihre Kultur und Ihre Sichtweise auf die Dinge besser zu ver- stehen.“ Dies sei aber auch den Familienangehörigen zu verdanken, die mit den Lehrgangs- teilnehmenden nach Deutschland gereist sind: „Sie haben Ihren Ländern alle Ehre gemacht.

»Netzwerk begleitet mich bis heute«

Als Ehrengast unterstrich Brigadegeneral Michael Matz: „Multinationalität ist ein beherr- schendes Zukunftsthema in unseren Streitkräften. Wir alle wissen, die Masse der großen Herausforderungen der Zukunft kennt weder Grenzen noch Nationalitäten.“ Der Kommandeur des Ausbildungszentrums Infanterie im bayerischen Hammelburg und General der Infanterie rief dazu auf, die in Deutschland geknüpften Verbindungen zu pflegen. Dabei verwies Matz, vor mehr 20 Jahren selbst LGAI-Teilnehmer, auf seine Erfahrung. „Das Netzwerk, welches wir damals knüpften, begleitet mich bis heute.“ Im Laufe der Zeit habe er „mit vielen meiner Lehrgangskameraden in den unterschiedlichsten Auslandseinsätzen auf verschiedenen Kontinenten zusammengearbeitet“.

Freunde und Seelenverwandte

Für die internationalen Lehrgangsteilnehmenden trat Luvsandamdin Delgerdavaa ans Rednerpult. Der Hauptmann aus der Mongolei betonte: „Durch den LGAI haben alle von uns gelernt, wie man über den Tellerrand hinausdenken muss.“ Es gebe eben unterschiedliche Perspektiven, die ein Stabsoffizier verstehen und respektieren müsse. Dass Brigadegeneral Matz‘ Aufruf zum Vernetzen auf fruchtbaren Boden fällt, ließ Delgerdavaa klar erkennen: „Wir haben Freunde fürs Leben, Seelenverwandte aus 36 Nationen gewonnen.“ Er und seine Kameraden hofften auf einen Anlass, eines Tages wieder nach Deutschland zu kommen.

Unter besonderen Umständen

Dass sich die Ausbildung der vergangenen Monate von anderen Durchgängen deutlich abhob, lag unter anderem an der Covid-19-Pandemie. Selbst der Festakt in der Clausewitz-Kaserne in Blankenese war davon geprägt. Wegen der Kontaktbeschränkungen konnten Repräsentanten der Entsendestaaten, Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie die Paten und Patinnen vom „Freundeskreis Ausbildung ausländischer Offiziere“ diesmal nicht erscheinen. Stellvertretend nahm Freundeskreispräsident Reinhard Wagner teil – und ein großes Lob von Generalmajor Kohl mit auf den Weg: „Der Lehrgang in seiner bewährten Form wäre ohne das Engagement des Freundeskreises nicht denkbar.“

Für Haltung und Handeln

Unter Beifall erhielt Fregattenkapitän Antonio Gamaliel Manzanares Suárez aus Mexiko den Scharnhorst-Preis für den besten internationalen Lehrgangsteilnehmenden. Der Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Preis für den besten Mentor ging an Oberstleutnant Sebastian Kirleis; der deutsche Stabsoffizier hatte die internationalen Mentees bereits bei der 2018 gestarteten Ausbildung am Bundessprachenamt in Hürth unterstützt. Schon am Vortag war Fregattenkapitän Rodrigo Marques Camps aus Uruguay mit dem Admiral-Wellershoff-Preis der Marine-Offizier-Vereinigung ausgezeichnet worden, unter anderem für die Förderung des Zusammenhalts im Marinehörsaal.

Letzte Änderung am Dienstag, 30 Juni 2020 09:12
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