Hier wächst der Hamburger Westen zusammen

  • Tunnelbau vorm Elbtunnel startet am 12. März
Auf dem längsten Hamburger Deckel werden zwischen der Behringstraße und der Anschlussstelle Volkspark Grünflächen geschaffen, die die Stadtteile verbinden werden. Auf dem längsten Hamburger Deckel werden zwischen der Behringstraße und der Anschlussstelle Volkspark Grünflächen geschaffen, die die Stadtteile verbinden werden. Grafik: DEGES/V-KON.media
Elbvororte (22. Februar 2021, Markus Krohn) · Gerade erst wurde der Bau des A7-Tunnels in Stellin­gen fertiggestellt, da schließt sich in Kürze der Bau des längsten Hamburger Auto­bahntunnels in Altona an. Mit einer Länge von 2.230 Metern ist er zwar nicht der Längste Tunnel in Deutschland, aber zusammen mit den Bau­wer­ken in Stellingen und Schnelsen sowie dem Elbtunnel gehört er zu den bedeutensten Verkehrsbauwerken in ganz Europa. Mit 45 Meter Breite gehört er zudem zu den breiteten Tunnels in Europa. Die Breite entsteht aus dem achtstreifigen Ausbau sowie groß­zügiger Gestaltung der Seiten­streifen, um während der Bau­zeit und später bei notwendigen Reparaturen den Verkehr in beiden Richtungen gut durch die Baustelle leiten zu können.
Einmalig ist auch der Bau der Tunnelkette unter laufendem Betrieb. Die bisherigen Erfah­rungen aus den Tunnelbauten in Schnelsen und Stellingen bringen die Planer jetzt in die Umsetzung am längsten Tun­nel­abschnitt mit ein.
Offizieller Spatenstichtermin ist Freitag, der 12. März, die Fer­tigstellung erwarten Verkehrs­senator Dr. Anjes Tjarks und Chefplaner Bernd Rothe 2028. Schon in vier Jahren soll der Verkehr durch den ersten Tun­nelabschnitt in Richtung Süden geleitet werden, sodass der Verkehrslärm der A7 ab 2025 in Othmarschen und Bahrenfeld der Vergangenheit angehören sollte. Für die Anwohner bedeutet dies eine Lärmreduk­tion von 95–97 Prozent.
Nach der Fertigstellung wird mit der Stadtteilreparatur be­gonnen: Dafür sollen auf dem Deckel 27 Hektar Grünflächen wie Parks und Schrebergärten angelegt werden, die Stadtteile werden mit Fuß- und Rad­we­gen miteinander verbunden. Nebeneffekt: Durch die gewonnen Flächen neben der Auto­bahntrasse könnten zusätzlich 3.800 Wohnungen entstehen, schwärmt der Verkehrssenator.
Der Autobahnabschnitt zwischen Behringstraße und dem Elbtunnel wird nicht überdeckelt. Aus lärmtechnischer Sicht bestünde keine Notwen­digkeit, erklärte der Verkehrs­se­nator in einem Pressegespräch vergangene Woche, zudem wäre der sicherheitstechnische An­spruch und die Kosten we­sentlich höher, da bei einem direkten Anschluss des Deckels an den Elbtunnel das Bauwerk als Ganzes betrachtet werden müsse, erläuterte Bernd Rothe von der DEGES, die seit 1991 die Planung und Baudurch­füh­rung wichtiger Infrastruk­tur­projekte in Deutschland verantwortet.

Die Bauzeit beginnt mit einem Vollsperrungswochenende vom Donnerstag, dem 18. März, 22 Uhr bis Montagmorgen am 22. März um 5 Uhr. Dabei werden die Brückenbauwerke der Beh­ringstraße, am Osdorfer Weg und an der Bahrenfelder Chaus­see der Länge nach halbseitig abgebrochen. Der Verkehr wird während der Bauzeit über die restliche Hälfte geleitet. In der Zwischenzeit werden Tunnel­zellen errichtet. Nach deren Fertigstellung kann dann die jeweils zweite Hälfte der Brücken abgebrochen werden und durch weitere Tunnelzellen ersetzt werden.
Für den Bau des Altonaer Tun­nels veranschlagt die DEGES Kosten in Höhe von insgesamt 790 Mio. Euro, davon trägt die Hansestadt 190 Mio. Euro.
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