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Blankenese/Elbvororte (19.10.2015) · Monika Lühmann, eine der Initiatoren, die den Ausbau der Elbe-Este-Fähre auf der Elbe fordern, schreibt heute folgende E-Mail an ihre Mitstreiter:

Die Zeit, auf der Elbe „lustzuschippern“ ist vorbei. Es wird kalt und ungemütlich und „nur“ die berufstätigen Pendler warten noch geduldig auf ein Schiff, das sie die Elbe hinauf, hinab oder hinüber bringen soll.
Die Cranzer und Blankeneser haben es jetzt wieder besonders schwer, da der Winterfahrplan und die verschlickte Fahrrinne die Möglichkeit einer Direktverbindung zwischen den beiden Ufern äußerst einschränkt - so wie schon oft besungen und beklagt.

Was hat sich getan inzwischen? Wie war die Sommersaison auf der Elbe?

Frau Müller-Remer, Chefin der Hadag, sagte mir nicht, dass sie mit den Passagierzahlen des sommerlichen Elb-Hüpfers zufrieden ist, aber sie sagt auch nicht das Gegenteil. Der Umsatz ist wohl ziemlich konstant und das Schiff wird auch in der nächsten Saison weiter hüpfen. Das ist erfreulich und wir sollten alle dazu beitragen, die Frequentierung zu steigern, indem wir mit und ohne Gäste auch einmal an Bord gehen.
Die HADAG wird gebeten, den Gastronomen an der Elbe Werbematerial an Hand zu geben, damit sie ihre Gäste zu einer Fahrt animieren und Fragen nach Fahrplänen beantworten können.

Herr Willers, Eigner und Reeder der M.S. VIKTORIA, mit dem wir im Mai 2014 eine Presse-Fahrt auf der Elbe gemacht haben, um auf das Projekt Elbe-Este-Fähren aufmerksam zu machen, hat sich von uns inspirieren lassen. Er wird im kommenden Sommer mit einem seiner Schiffe neben seinen Glückstadt-Matjes-Fahrten von den Landungsbrücken - bei Bedarf mit Halt in Blankenese - auch Ausflüge zur Elbinsel Krautsand ermöglichen. Per Schiff hin und zurück (zwischendurch baden am weissen Elbstrand oder Ausflüge z.B. zur Festung Grauerort), alternativ per Bus zurück - das Programm ist in Planung. Bereits in meiner Schulzeit wurden an allen Hamburger Schulen Ausflüge nach Krautsand veranstaltet.
Eines unserer Ziele ist ja, die wunderschöne Landschaft der Niederelbe wieder in das Bewusstsein von Jung und Alt zu rücken.

Das gleiche Ziel haben Prof. Dr. Susanne Heise von der HAW (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg) und ihre Projekt-Leiterin, Frau Ivonne Stresius, die mit Kindern und Jugendlichen Erkundungs- und Lehrfahrten auf der Elbe veranstalten wollen.
Auch hier wird Herr Willers sein Schiff zur Verfügung stellen. Vielleicht hat ja jemand aus unserem Netzwerk Lust und Fachkenntnisse genug, um eine solche Fahrt zu begleiten und den Kindern die Elbe mit ihren vielen Facetten nahe zu bringen. Es gibt in der Beziehung viele spezielle Themen wie z.B. Mikro- Plastikmüll im Wasser. Bester Dozent dafür wäre allerdings Herr Frank Schweikert, Eigner des Forschungsschiffes ALDEBARAN, der sich bereits mit einem internationalen Team an Geo-Forschern und mit Schülern diesem Thema gewidmet hat. Die ALDEBARAN ist im Moment als Vertreter der neu gegründeten Deutschen Meerestiftung auf Kurs Paris zur UN-Klimakonferenz. Motto der Fahrt „RENEW“, Verringerung des Klimaziels + 2 Grad auf max.  + 1,5 Grad, da ansonsten alle Korallenriffe sterben würden.

Sie werden sich fragen, was das mit dem Projekt Elbe-Este-Fähren zu tun hat, aber wann immer man sich für etwas engagiert und interessiert, lernt man dazu, bekommt man Anregungen.
Konkrete Verhandlungserfolge auf der Fähren-Ebene sind ja leider nicht in Sicht. Gespräche mit evtl. privaten Betreibern stocken. So müssen wir klein, klein sehen, wie wir weiter kommen, und wenn wir uns nebenbei um die Elbe als Fluss kümmern und um ihren Zustand, ist das ja vielleicht auch nicht das Schlechteste.

Erfreulich ist die Entwicklung in Buxtehude. Herr Klar vom Hafen-Kulturzentrum hat bereits in diesem Jahr mit seiner Barkasse etliche Fahrten zu den Landungsbrücken veranstaltet und auch uns ja anlässlich des 1. Tuckerboot-Treffens am Bulln abgeholt.
Die  Fähren - Ausstellung  von Ronald Holst und dem Verein Historisches Blankenese wird nach Buxtehude gehen, die Röding-Ausstellung von Herrn Klar vielleicht/hoffentlich nach Blankenese.
Ohne Zweifel gibt es Bewegungen zwischen den Ufern und auf der Elbe, die sicherlich nicht im Schlick stecken bleiben werden - dafür möchte ich sorgen!

Das größte „Schlick-Ärgernis“ ist ja wohl die Verklappung von Hafenschlick vor Blankenese. Ich habe darüber berichtet. Es ist unverständlich, dass die Grüne Partei das mitträgt, gibt es doch die Möglichkeit den kontaminierten Schlick zu entgiften, zu reinigen, zu pressen oder was immer. Bereits 1981 hat sich der Senat mit der schon damals drängenden Frage beschäftigt und Expertisen machen lassen. Etwas Bahnbrechendes ist offensichtlich nicht dabei heraus gekommen. Spülfelder sind nicht mehr möglich.
 Schleswig Holstein gibt keine Erlaubnis, den Gift-Schlamm vor Helgoland zu entsorgen - vor Blankenese ist es kein Problem.
Auch wenn Schleswig-Holstein die Genehmigung geben würde, wären die Kosten enorm. Allein, wenn man die Fahrzeit Hafen - Helgoland (8 Stunden??) und zurück bedenkt, dazu die Gebühren von Schleswig Holstein. Das kann doch keine vernünftige Lösung sein. Da ist intensives Brain-Storming gefragt!!
Ich gebe zu, mein Kopf ist für das Problem zu klein - und Ihrer?

Sobald es etwas Neues zu berichten gibt, melde ich mich wieder.
Bis dahin
herzliche Grüße
Monika Lühmann

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