»Grüne Welle« für Wedeler Feuerwehr

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Gerade an großen Kreuzungen kommt es trotz des Martinshorns und des Blaulichts mitunter zu heiklen Verkehrssituationen. Das neue System sorgt hier für mehr Sicherheit für Feuerwehrleute und die anderen Verkehrsteilnehmer. Gerade an großen Kreuzungen kommt es trotz des Martinshorns und des Blaulichts mitunter zu heiklen Verkehrssituationen. Das neue System sorgt hier für mehr Sicherheit für Feuerwehrleute und die anderen Verkehrsteilnehmer. Foto: PR/Ulrich Wirrwa
Wedel/Elbvororte (18. Januar 2018, PM) · Wedeler Feuerwehrleute kommen nun noch schneller und noch sicherer zum Einsatzort. Seit kurzem sind die ersten Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Wedel mit eingebauter „Grüner Welle“ unterwegs. Ein kleines GPS-Gerät im Fahrerhaus gibt die Position des Fahrzeugs und die Geschwindigkeit an einen Verkehrsrechner weiter, der auf Grün schaltet, wenn sich das Feuerwehrauto einer Ampel nähert. Gleichzeitig werden die anderen Verkehrsadern mit einer Rot- Schaltung zum Stehen gebracht. Sobald die Einsatzfahrzeuge den Kreuzungsbereich verlassen haben geht die Ampelanlage wieder in den Normalbetrieb und der Individualverkehr kann schnell wieder rollen.
Ein entscheidender Faktor für die Ausrüstung ihrer Fahrzeuge mit dem in Schleswig- Holstein bisher einzigartigen System war für die Stadt Wedel das hohe Verkehrsaufkommen auf der B 431, der Hauptverkehrsader der Rolandstadt. Als eine der westlichen Hauptstrecken von Hamburg ins Umland und umgekehrt ist die Strecke gerade zu Stoßzeiten ausgelastet, was ein schnelles Vorankommen der Einsatzfahrzeuge behindert. Aus diesem Grund wurde Siemens, der Hersteller des Ampelsteuerungssystem Sitraffic Stream (Simple Tracking Realtime Application for Managing traffic lights and passenger information) das hinter der „Grünen Welle“ steckt, damit beauftragt, zwei der am stärksten frequentierten Kreuzungen – die am Rathausplatz und die an der Rudolf-Breitscheid-Straße – mit dem System auszurüsten. So können die Einsatzkräfte schon jetzt die strategisch wichtigen Hauptstrecken in wichtige Stadtteile schnell und sicher nutzen.

Natürlich haben wir das Recht, im Einsatzfall auch rote Ampeln zu überfahren, allerdings ist man dabei sehr auf die Aufmerksamkeit und die Rücksicht der anderen Verkehrsteilnehmer angewiesen. Wenn das nicht funktioniert, dann wird es immer wieder mal eng, und das können wir auf dem Weg zum Einsatzort nicht gebrauchen. Wenn die anderen Autofahrer durch eine für sie auf Rot geschaltete Ampel uns aus dem Weg gehalten werden, ist das ein großer Vorteil“, sagt Dennis Renk, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Wedel.

Es geht immer zuerst um die Sicherheit der Bürger und der Feuerwehrleute, die ihnen im Notfall schnell zur Hilfe kommen müssen. Deshalb legt die Stadt Wedel großen Wert darauf, die Freiwillige Feuerwehr der Stadt stets mit modernstem Einsatzgerät auszurüsten. Einsatzfahrten mit Martinshorn und Blaulicht sind zudem sowohl für die Feuerwehrleute als auch für die anderen Verkehrsteilnehmer Extremsituationen, in denen alle besonnen reagieren müssen. Wenn durch das neue System die Geschwindigkeit der Einsatzkräfte erhöht werden kann und gleichzeitig der normale Verkehr so minimal wie möglich beeinträchtigt wird, ist das für uns zusätzlich auch als Verkehrsaufsichtsbehörde interessant“, sagt Rebecca Thoß vom Fachdienst Ordnung der Stadt Wedel.

Anders als bei herkömmlichen Ampelsteuerungssystemen, zum Beispiel für Busse, greift das Sitraffic Stream System ganzheitlich in das System ein. Die Fahrzeuge werden nicht mehr per Funk mit der einzelnen Ampel verbunden, sondern die Onboard-Unit (OBU) im Fahrerhaus verbindet das Fahrzeug digital mit dem Siemens-Verkehrsrechner in München. Dieser schaltet die Ampeln, die in der Cloud des virtuellen Wedeler Verkehrsrechner vernetzt sind, bei einer Einsatzfahrt im richtigen Moment auf Grün. Das Ganze funktioniert automatisch. Der Fahrer selbst muss dafür keine speziellen Handgriffe anwenden. Befindet sich das Fahrzeug nicht mehr im Alarmeinsatz, greift das System nicht, und der Fahrer muss wie die anderen Verkehrsteilnehmer auch rote Ampeln in Kauf nehmen.

Bei herkömmlichen Systemen waren immer wieder harte Eingriffe in den Ampelschaltrhythmus notwendig, die den fließenden Verkehr nachhaltiger ins Stocken gebracht haben. Über den virtuellen Verkehrsrechner können wir die Ampelphasen nach der Durchfahrt der Einsatzfahrzeuge schneller wieder synchronisieren und die Verkehrsbehinderungen klein halten“, sagt Ingo Gierke, der als Projektleiter bei Siemens die Testphase in Wedel betreut. Ist das Programm für die „Grüne Welle“ der Einsatzkräfte erst einmal installiert, können weitere Fahrzeuge schnell durch den Einbau einer OBU mit dem System verknüpft werden. Derzeit sind in Wedel vier Feuerwehrfahrzeuge mit einer entsprechenden OBU ausgestattet. Zudem soll in der kommenden Woche eine dritte Wichtige Kreuzung im Wedeler Stadtgebiet – diejenige am Tinsdaler Weg/Ecke Galgenberg - für das System fit gemacht werden. Auch dieser Standort war von der Freiwilligen Feuerwehr Wedel gewünscht worden. Als großer Kostenvorteil erwies sich bei der Installation, dass die Fahrzeuge ohnehin gerade auf Digitalfunk-Technik umgerüstet wurden, und die OBUs direkt unsichtbar hinter dem Armaturenbrett verbaut werden konnten.
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