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Bald »ParkSport« überall im Westen?

FDP-Bezirksabgeordneter Ove Rybka setzt sich für ein ParkSport-Konzept in Altona ein
FDP-Bezirksabgeordneter Ove Rybka setzt sich für ein ParkSport-Konzept in Altona ein Foto: Krohn
Elbvororte (17. März 2017, Konrad Matzen) · „Sport ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Neben Gesundheitsprävention, Bewegungs- und Ausdauertraining trägt Sport wie kein anderes Instrumentarium zur Integration bei“, erklärt Ove Rybka seine Motivation, sich für ein ParkSport-Konzept des Bezirks einzusetzen. Rybka ist für die FDP-Bezirksfraktion Mitglied des Ausschusses für Grün, Naturschutz und Sport.
Beispiele für ParkSport gibt es in vielen großen Metropolen wie New York. Hier wird auf kleinsten Freiflächen ein Sportangebot für den Großstädter dargeboten. Dies kann eine Basketball-, eine Fußball-Kleinfeldfläche, oder eine gemischte Fläche mit kleinem Grünzug sein, welche z.B. zum Tai Chi einlädt. Hauptziel des „Park Sports“ war und ist es, Bewegung im Alltag zu ermöglichen: für alle, wohnortnah, kostenfrei oder möglichst kostengünstig.

Das ist das Konzept: ParkSport setzt Bewegungsimpulse auf kleinem Raum, zum Beispiel am Rand von Spazier- und Wanderwegen oder großen Wiesen. Dabei werden Spaziergänger oder Bewohner des Stadtteils durch ungewöhnliche Angebote neugierig gemacht, sie entwickeln Lust auf Bewegung und werden an eine regelmäßige körperliche Aktivität herangeführt. ParkSport kann gerade in „auseinanderfallenden Stadtteilen“ soziale Begegnungen fördern. Durch den niedrigschwelligen Bewegungsanreiz im nahen Wohnumfeld werden besonders Kinder, aber auch Senioren erreicht. Sie sind moderne „Spielplätze“ für Erwachsene und fördern nachbarschaftliche Kontakte.

Während Kinder durch ihren natürlichen Bewegungsdrang vor allem kognitive Fähigkeiten, sowie Sprach- und Sozialkompetenz entwickeln, steht bei Senioren die Bewältigung alltäglicher Bewegungsabläufe im Vordergrund, die einer körperlichen Unterforderung entgegenwirken und so zu größerer Selbstständigkeit und längerem Verbleib in dem bekannten Wohnumfeld führen können. ParkSport leistet Bildungs- und Sozialarbeit im Stadtteil, erreicht besonders Menschen mit Migrationshintergrund und sozial schwache Familien. Daneben macht ParkSport niedrigschwellige gesundheitspräventive Angebote für alle Altersgruppen und kann von unterschiedlichen sozialen Einrichtungen, wie z.B. Kitas, Schulen oder Seniorenwohnheimen genutzt werden.

Im Gegensatz zu verfügbaren Angeboten der Sportvereine ist ParkSport ein niedrigschwelliges Angebot auch für Bewegungsmuffel und Menschen, die sich nicht sofort langfristig mit einem Monatsbeitrag an einen Verein binden wollen.

Die etablierten Sportvereine können mit ihrem Selbstverständnis von gesellschaftlicher Verantwortung ganz erheblich zur Nutzung von ParkSport beitragen. Vereine ergänzen und bereichern ihr Angebot in Parks und Grünzonen und inszenieren bekannte Bewegungsformen damit neu – gleichzeitig erhalten sie damit eine gute Möglichkeit, sich für neue Mitglieder attraktiv zu präsenieren.

Vor diesem Hintergrund wurde bereits 2013 das erste Hamburger „ParkSport“-Projekt in Wilhelmsburg zur Eröffnung der Internationalen Gartenschau Hamburg entwickelt. Dort ist der Sport integraler Bestandteil der Stadtplanung geworden. Sport ist somit nicht nur ein isoliertes Politikfeld, sondern auch Bestandteil von Stadtentwicklung, Freiraumplanung und Grünflächenentwicklung. So sind zahlreiche Sportanlagen und -räume neu entstanden.

Rund 100 Jahre nach der Entstehung des Hamburger Stadtparks und Altonaer Volksparks in Bahrenfeld sollte in Wilhelmsburg ein neuer Park vergleichbarer Qualität und Bedeutung entstehen. Parks sind wichtige Orte der Naherholung. Das „ParkSport“-Konzept lässt sich jedoch auch auf kleineren Raum umsetzen, wie z.B. in neu entstehenden Vierteln u.a. auf dem demnächst frei werdenden Areal der Trabrennbahn Bahrenfeld, am Elbwanderweg oder auf den Grünflächen auf dem gerade entstehenden Autobahndeckel der A7.

Längst werden Grünanlagen und Parks, Strecken an Wasserflächen und urbane Räume für Sport und Bewegung genutzt. Über die Funktionalität von Fitness und Gesundheitsförderung hinaus wird die Vielfalt des Draußen-Seins und die Attraktivität von Landschaft und szenigen Orten gesucht und genossen. Sport-Draußen wird bislang in erster Linie selbstorganisiert betrieben, allein, zu zweit, oder, schon seltener, in kleinen Gruppen. Bewegung benötigt aber oft Begleitung, braucht Menschen die Bewegung fachkundig anleiten und motivieren können. Vor allem in Städten haben sich inzwischen Personaltrainer in diesem Bereich etabliert.

Ove Rybka, der sich als FDP-Bezirkssportpolitiker für das ParkSport-Konzept einsetzt, fordert von seinen Kollegen, sich auch im Bezirk Altona für ParkSport einzusetzen. Einen Beschluss der Bezirksversammlung, ein ParkSport-Konzept zu entwickeln, gibt es bereits, allerdings hat das Bezirksamt den Bezirkspolitikern gerade mitgeteilt, es sei hierbei auf externe Experten angewiesen. Planungsmittel stehen dem Bezirksamt Altona dafür aber zur Zeit nicht zur Verfügung. Daher müssen die Politiker erstmal Geld für die Planung auftreiben...

 

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