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Eine ungewöhnliche Freundschaft

Luz 1934 mit Vater Long, Bruder Sebastian und Hejo in seinem neuen Auto, genannt "Blutblase"
Luz 1934 mit Vater Long, Bruder Sebastian und Hejo in seinem neuen Auto, genannt "Blutblase" Foto: PR/Privat
Elbvororte/Blankenese (18.07.2016, Markus Krohn) · Ohio, 1934. Coach Larry Snyder (Jason Sudeikis) kann sein Glück kaum fassen: In dem schwarzen Leichtathleten Jesse Owens (Stephan James) scheint er das Ausnahmetalent gefunden zu haben, nach dem er sein Leben lang gesucht hat. Zusammen feiern der Sportler und sein Trainer einen Erfolg nach dem anderen und visieren schon bald eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen von 1936 in Deutschland an. Doch als sich Owens fast am Ziel seiner sportlichen Träume wähnt, zieht er einen Boykott der Veranstaltung in Erwägung. Schließlich aber entscheidet sich der Sportler anzureisen und in Berlin ein Zeichen für Toleranz zu setzen. Dort versetzt er mit seinen einzigartigen sportlichen Leistungen Hitlers Nazi-Regime einen herben Schlag...
Mit dazu beigetragen hatte ein Deutscher Leichtathlet, der spätere Hamburger Weitspringer Luz Long, denn er freundete sich 1936 während der Olympischen Spiele mit seinem Konkurrenten an und machte damit auch deutlich, dass er die Unterdrückung von Minderheiten nicht unterstützte. Gerüchten zufolge soll Long seinem Konkurrenten Owens sogar einen entscheidenden Tipp für den letzten Weitsprung gegeben haben, mit dem der Amerikaner dann einen neuen Weltrekord aufstellen sollte. Dies ist aber umstritten, es könnte nämlich auch sein, dass das Ergebnis des Wettkampfes mit dem zweiten Sprung bereits feststand.
Um mehr Licht in die Vergangenheit ihrer Familie zu bringen, beschäftigen sich seit fünf Jahren sein Sohn Kai-Heinrich und seine Schwiegertochter Ragna Long aus Blankenese mit der Aufarbeitung der Geschichte ihres Vaters und Schwiegervaters. Für die zweite Buch-Auflage der bereits im April 2015 erschienenen Biografie Luz Longs (ISBN 978-3-942468-26-8, Arete-Verlag) sind neue Fakten hinzu gekommen, die es lohnt, zu entdecken, u.a. die Aussage von seiner Tante Hannemine, dass es ihm an „mangelnder Linientreue“ fehlte.
Jetzt aber startet erstmal der Film über die Freundschaft zwischen Jesse Owens und Luz Long und die besonderen Umstände der Olympischen Spiele im Nazi-Deutschland 1936 am 28. Juli 2016 in den Deutschen Kinos („Zeit für Legenden“).

Zur Einstimmung auf die Olympischen Spiele dieses Sommers in Rio hat die ARD eine Dokumentation über diese besondere Freundschaft erarbeitet. Sie ist noch bis 9. August in der ARD Mediathek unter dem Titel „Luz Long, ein Held der Nazi-Zeit“ verfügbar: www.ardmediathek.de.

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