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GRÜNE: Filiz Demirel im Interview

Filiz Demirel sitzt für die GRÜNEN in der Hamburgischen Bürgerschaft. Beruflich setzt sie sich für qualitativ hochwertige Döner ein.
Filiz Demirel sitzt für die GRÜNEN in der Hamburgischen Bürgerschaft. Beruflich setzt sie sich für qualitativ hochwertige Döner ein. Foto: PR

Mögen Sie sich bitte kurz selbst vorstellen? Werdegang, Hobbys, Politische Vorlieben?
Ich wurde in der Türkei geboren und habe dort Volks- und Betriebswirtschaftslehre studiert. Im Rahmen des Studiums bin ich 1990 nach Deutschland gekommen. An der Uni Hamburg habe ich dann begonnen, mich hochschulpolitisch zu engagieren – in der Grünen Hochschulgruppe, durch die ich dann auch den Weg zu den Grünen gefunden habe. Nach meinem Studium habe ich dann angefangen, als wissenschaftliche Mitarbeiterin für Integration und Innenpolitik in der Bürgerschaftsfraktion zu arbeiten. Später war ich für verschiedene Wirtschaftsorganisationen tätig. Daneben habe ich mich schon früh im Grünen Kreisverband Altona engagiert. Insgesamt sechs Jahre war ich als Abgeordnete in der Bezirksfraktion tätig, bis ich dann 2011 in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt wurde. Hier bin ich heute als migrationspolitische Sprecherin tätig, darüber hinaus bin ich noch Vorsitzende der Grünen in Altona.

Web:
Persönliche Website
Wikipedia
Hamburgische Bürgerschaft

Für welches politische Thema sind Sie persönlich Spezialist/in und welches Ziel haben Sie dabei?
Politisch wie auch persönlich beschäftige ich mich besonders mit den Themen Migration und Integration. Das Interesse an diesen Bereichen ist natürlich auch meiner eigenen Zuwanderungsgeschichte geschuldet. Ich habe selbst mitbekommen, was für Anstrengungen es erfordert, sich als Migrantin in Deutschland zu Recht zu finden und sich hier ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen. In meiner Funktion als Fachsprecherin in der Grünen Bürgerschaftsfraktion arbeite ich dafür, dass künftigen Migrantinnen und Migranten die Unterstützung gegeben wird, die sie brauchen.

Für welches Thema lohnt es sich für Sie am meisten zu streiten und warum?
Ich kämpfe für eine offene, inklusive und nachhaltige Gesellschaft. Alle Mitglieder der Gesellschaft sollen die gleichen Chancen auf ein selbstbestimmtes und glückliches Leben haben. Alle sollen die Möglichkeit haben, sich selchst zu verwirklichen. Hierzu braucht es eine gerechtere Verteilung der gesellschaftlichen Startchancen. Das bedeutet, dass wir Armut, Benachteiligungen beim Zugang zu Bildung und Diskriminierungen aller Art entschieden entgegnen müssen.

Mit welchen/welcher Mitbewerberpartei würden Sie keinesfalls koalieren und warum?
Mir persönlich zeigt besonders die Entwicklung in der Türkei, wie schnell demokratische Errungenschaften zerstört werden können, wenn bestimmte Parteien zu viel Macht bekommen. Dies heißt für mich, dass ein Bündnis mit antidemokratischen Parteien wie der AfD niemals in Frage kommen wird.

Mit wem würden Sie gerne mal zum Abendessen gehen?
Es würde mir schon reichen, wenn ich neben meinen Terminen als Bürgerschaftsabgeordnete und Kreisvorsitzende öfters mal Zeit fände, mit meinen eigenen Freunden gemeinsam Abendessen zu gehen.

Stellen Sie sich vor, Sie starten eine Kreuzfahrt auf der Elbe – wohin würde die Reise gehen?
Eine umweltschonende Kreuzfahrt nach Skandinavien wäre schön. Zurzeit sind mir ist die Umweltbelastung durch solche Fahrten aber immer noch zu groß. Wir sind allerdings grade in Hamburg auf einem guten Weg, hier etwas zu verbessern. Das zeigt beispielsweise die Einrichtung einer Landstromanlage am Kreuzfahrtterminal Altona.

Warum muss man Ihre PARTEI wählen?
Die Grünen sind eine Partei, die wie keine andere für eine ökologisch und sozial nachhaltige Entwicklung steht. Unsere Gesellschaft muss an vielen Stellen fairer und solidarischer werden, um Menschen in Zeiten des Umbruchs einen festen Anker zu geben. Familien wie auch Bildungseinrichtungen müssen gestärkt werden, damit unsere Kinder eine gute Zukunft haben. Industrie und Landwirtschaft brauchen Impulse sowie einen Rahmen für den Weg in die Nachhaltigkeit. Dies alles geht nur mit den Grünen.

Warum muss man SIE als Person wählen?
Ich habe viele Herausforderungen, mit denen Zuwanderinnen und Zuwanderer in diesem Land konfrontiert sind, am eigenen Leib erfahren. Ich habe mitbekommen, was eine erfolgreiche Integration in die deutsche Gesellschaft bedeutet. Ich möchte diese Erfahrung in die Integrations-Diskussion auf der Bundesebene einbringen. Am liebsten in einer starken Grünen Fraktion.

Was halten Sie vom Wahlrecht zum Bundestag mit 16 Jahren und warum?
Alle Menschen, die in dieser Gesellschaft leben, sollten die Möglichkeit haben in gesellschaftlichen Fragen mitzubestimmen. Das gilt besonders bei denen, die von diesen Entscheidungen am längsten betroffen sein werden – den Jugendlichen. Der Bund sollte sich an den positiven Erfahrungen in Hamburg und anderen Ländern orientieren und diesen überflüssigen Schritt endlich umsetzen.

Was möchten Sie für die Menschen des Bezirks Altona in Berlin erreichen?
Eine der zentralen Fragen für Altona ist: Wie gestalten wir eine moderne und nachhaltige Mobilität. In unserem Bezirk liegen einige der Straßen mit der höchsten Luftverschmutzung ganz Hamburgs. Zudem sind große Teile im Westen Altonas immer noch vom Zugang zum Schnellbahn-System abgeschnitten. Dies zu ändern, liegt nicht allein in der Hand Hamburgs, sondern wird auch in Berlin entschieden.

Welche drei Themen werden nach Ihrer Meinung die kommende Legislaturperiode des Bundestages bestimmen?
Ein ganz wichtiges Thema wird der Klimaschutz sein. Hier gibt es sowieso noch sehr viel zu tun – dank Trump nun noch viel mehr. Wenn wir unsere Gesellschaft nachhaltig entwickeln wollen, brauchen wir auch massive Anstrengungen im Bereich soziale Sicherheit. Und auch die Themen Einwanderung und Integration werden in der nächsten Legislatur wieder eine zentrale Rolle spielen.

Welche persönliche Botschaft haben Sie an die Wähler im Bezirk Altona?
Altona ist ein weltoffener, vielfältiger Bezirk. Ganz unterschiedliche Lebensentwürfe haben hier ihren Platz. Dieses tolerante Miteinander ist ein hohes Gut. Parteien, die Gruppen stigmatisieren und ausgrenzen gefährden diese Art des Zusammenlebens. Bitte berücksichtigen Sie das bei Ihrer Wahlentscheidung.

Welche Themen liegen Ihnen für die kommende Legislaturperiode am Herzen?
Wenn wir wollen, dass Integration gelingt, müssen wir in den nächsten vier Jahren müssen wir sehr viele Weichen stellen. Das erfordert große Investitionen, zum Beispiel in den Bereichen Bildung, Arbeitsmarkt und Stadtentwicklung. Aber es braucht auch eine grundlegende Reform des Einwanderungsrechts. Ich möchte daran arbeiten, dass durch ein modernes Einwanderungsgesetz künftig die Zuwanderung von Arbeitskräften entbürokratisiert wird, ein zuverlässiger Schutz vor Verfolgung gewährleistet bleibt und bei alledem darauf geachtet wird, keine Familien zu zerreißen und niemandem der gefährlichen Überfahrt übers Mittelmeer auszusetzen.

Welches Ereignis oder Erleben hat sie dazu bewogen in die Politik zu gehen?
Ich habe als türkisch-stämmige Frau in meinem Studienleben zahlreiche Benachteiligungen erfahren. Angefangen beim BÄFÖG-Amt bis hin zur fast aussichtslosen Wohnungssuche. Irgendwann habe ich mich entschieden, dies nicht länger hinzunehmen und versucht etwas zu ändern.

Welches Wahlziel setzen Sie sich?
Ich bin davon überzeugt, dass eine politische Entwicklung hin zu einer offenen, inklusiven Gesellschaft nur mit starken Grünen zu haben sein wird. Mein Ziel ist es, hiervon so viele Menschen wie nur möglich zu überzeugen.

Wenn Sie nicht in den Bundestag gewählt werden – machen Sie dann weiter Politik und wenn ja: wo?
Ich wurde vor zwei Jahren von Bürgerinnen und Bürgern in Altona in die Bürgerschaft gewählt. Die damit einhergehende Aufgabe als politische Vertreterin werde ich auch weiterhin ausüben, unabhängig davon ob es nun für den Bundestag reicht.

Wie werden Sie als gewähltes Bundestagsmitglied Ihren Wahlkreis vertreten?
Als neues Mitglied des Bundestages müßte ich natürlich viel lernen und würde mich daher intensiv mit den „alten Hasen“ austauschen. Wie in meiner bisherigen Arbeit als Bürgerschaftsabgeordnete würde ich den regelmäßigen Austausch mit den Altonaer*innen suchen, um ihre Anliegen zu verstehen und dann vertreten zu können.

Wo treffen Sie Ihre Wähler während des Wahlkampfes?
Ich treffe meine Wählerinnen und Wähler während des Wahlkampfes häufig bei Straßenfesten oder anderen Veranstaltungen, zuletzt zum Beispiel auf der Altonale. Dort kann ich mit meinen Wählern ins Gespräch kommen und sie können mir Fragen stellen. Außerdem mache ich Haustürwahlkampf, das heißt ich klingle bei Menschen an der Tür und unterhalte mich mit Ihnen über die Wahl und die Themen die sie bewegen.

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